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Freitag, 24. Juni 2011

Misshandelt und Ausgebeutet... - Teil 5.2 Säureattentate

Auge um Auge: Der Fall Ameneh

Ameneh Bahrami war mal ein lebenslustiges Mädchen. Sie wohnte in Teheran (Iran) und studierte Ingenieurswesen.

2004 kippte ihr Mitstudent Mahjid ihr einen Krug Salzsäure ins Gesicht – weil sie seinen Heiratsantrag abgelehnt hatte. Ameneh verlor ihr Augenlicht, ihr Gesicht ist entstellt.

Seitdem kämpft die 30-Jährige für Gerechtigkeit und führt einen Prozess gegen den Täter. Die erste Entscheidung des Gerichtes war, das der Täter das Augenlicht nur auf einem Auge verliert. Da Ameneh eine Frau ist, wurden ihre beiden Augen für eins von Mahjid gewertet. Erst nach mehreren weiteren Sitzungen beschloss das Gericht Amenehs weitere Verletzungen für das andere Auge zu werten.

Ende 2009 wurde Mahjid dazu verurteilt, sein Augenlicht auf die gleiche Weise zu verlieren wie Ameneh – durch Säure. Sie sagt die macht es nicht aus Rache, sondern damit so etwas nie wieder einem anderen Mädchen zustößt.

Ameneh wohnt mittlerweile in Spanien. Mahjid sitzt in Teheran im Gefängnis und wartet nun auf die Vollstreckung.

Abwohl Ameneh unmengen von Geld ausgab um ein gerechtes Urteil zu

bekommen, gab sie vor kurzem bekannnt, dass sie nicht vorhabe Mahjid - so wie geplant - das Augenlicht zu nehmen.

Im Gefängnis bleibt er trotzdem.

(Beide Bilder) Ameneh -nach zahlreichen Operationen - mit Bildern von früher.

Misshandelt und Ausgebeutet... - Teil 5.1 Säureattentate


Säureopfer. 2 Mädchen (unter 10 jahre) mit entstelltem Gesicht.



Die meisten Säureattentate werden in Süd- und Südostasien, Nigeria, Uganda, Pakistan, Afghanistan, Irak, Iran, China, Türkei und Bangladesch verübt.

Jedes Jahr werden in Bangladesch Hunderte von Mädchen Opfer von Attacken mit ätzender Säure. Die Täter sind immer Männer. Ihre Gründe sind unterschiedlich: Abweisung durch das Mädchen, Verweigerung von Sex, Ungehorsam oder Streit über Mitgift und Besitz.

Seit 1999 wurden ca. 3.000 Menschen Opfer von Säure Anschlägen. 2009 wurden 100 Mädchen damit zum teil schwer verletzt. Säureattentate sind eine schwere Form von Gewalt. Wenn die Männer sehen wollen wie sie Mädchen quälen, zwingen sie sie die Säure zu trinken.

Männer finden, dass die Frauen weniger Wert sind als Männer und sich ihnen unter zu Ordnen haben. Wenn Männer zurückgewiesen werden, betrachten sie das als Demütigung und wollen sich mit dem Attentat rächen, wenn die Frau zum Beispiel den Heiratsantrag nicht angenommen hat. Die Attentäter wollen das Mädchen nicht töten, sonder bestrafen, so nach dem Motto: „Wenn du schon nicht mir gehörst, soll dich auch kein anderer mehr wollen!“

Wenn es Streit zwischen zwei Männern gibt, zerstört einer einfach das „Eigentum“ - die Frau – des anderen. Viele Frauen werden verstoßen, wenn der Mann die Frau nicht mehr schön findet. Die meisten Frauen schaffen es nach diesem Attentat nicht mehr ein normales leben zu führen oder den Männern jemals wieder zu vertrauen. Auch ihre Freunde werden oft nichts mehr mit ihnen zu tun haben wollen, da sie gebrannt-markt wurde und nun als „abgelegt“ gilt.


Eine Frau mit entstelltem Gesicht, sie ist auf dem rechten Auge blind.